Das historische Vorbild

Ein bayerischer Robin Hood

In Zeiten, in denen Fürsten in Saus und Braus lebten und die Armen besonders arm waren, wird Hiasl am 3. September 1736 in Kissing geboren. Warum der auf den Namen Matthäus getaufte Klostermayr später nur Matthias oder Hias genannt wurde ist unklar.

Auf Gut Mergenthau wird er nach ärmlicher Jugend bei den Jesuiten Jagdhelfer. Aber durch seine vorlaute Art verscherzt er sich bald die Gunst der Geistlichen und muss seine sichere Stellung aufgeben. Seine Mutter Elisabeth stirbt als er 16 Jahre alt ist.

Hias wird Knecht auf einem Hof. Daneben erwirbt er sich mit Wildereien einen Ruf als Wildschütz und Frauenheld. Auch ein längerer Aufenthalt in einem Münchner Zuchthaus ändert nichts an seinem Lebenswandel – nach seiner Entlassung reduziert sich der Wildbestand in den Wäldern der Hofmark Kissing weiterhin äußerst drastisch.

Bald wird der junge Meisterschütze als „Fürst der Wälder“ verehrt, weil er treffsicher das für die Bauern so schädigende Wild bekämpft. Er gründet eine Bande mit rund 30 Männern und es wird gejagt was vor die Flinte kommt. Die Beute verteilt er unter den Armen. Bald schon erfreut sich die von Augsburg über Fürstenfeldbruck bis hin zu Oberallgäu unbekümmert agierende Gang ausgesprochener Beliebtheit beim Volke. Besonders als sie vom Amtmann in Täfertingen genau jene Steuergelder wieder zurückerpresst, die dieser zuvor mühsam den Bauern abgenommen hatte und sie wieder an die Bauern zurückgibt.

Der „Hiasl“ genießt zwar die Gunst der Bauern und sogar einzelner Landpfarrer, doch die Liste seiner Straftaten wächst. Rund 50 Straftaten, von Raub über Landfriedensbruch bis Totschlag, werden Hias und seinen Mannen zur Last gelegt, als sie am 14. Januar 1771 im Osterzeller Gasthaus verhaftet werden.

In Dillingen an der Donau wird er am 6. September 1771 erdrosselt und gerädert.

Matthäus Klostermayr wird vom Jagdgehilfen zum Wilderer und Räuberhauptmann und – nach seiner Hinrichtung – im Alter von 35 Jahren zum „Helden“ und Sozialrebellen verklärt.

Darsteller und Fotos

Übersicht der Stücke